Die Familie Grander, erzählt er, ist schon seit dem 16. Jahrhundert in St. Johann ansässig. Franz’ Großeltern machten aus dem Bauernhof 1928 ein Wirtshaus. In den folgenden Jahrzehnten wurde immer wieder um- und angebaut. Franz verbrachte auf dem elterlichen Bauern- und Gasthof eine unbeschwerte Kindheit. Im Sommer mussten er und seine 8 Geschwister für die Gäste die Kinderzimmer räumen und in der Tenne im Heu schlafen. Eine Strafe war das aber nicht. Ganz im Gegenteil. Die Kinder freuten sich das ganze Jahr über auf diese Wochen im Heu, auf das „Heuhupfen“ und Herumtollen. Auch die Gästekinder hätten am liebsten bei ihnen in der Tenne übernachtet, viel lieber als in den gebuchten Zimmern.
Am Hof lebten damals noch viele Tiere: Kühe, Schafe, Pferde, Hühner, alles, was ein Bauernhof so hat und braucht. Franz erinnert sich noch, wie das erste Pferd auf den Hof kam. Der Vater hatte es zu Fuß aus der Wildschönau abgeholt, war mit ihm über den Grafenweg und das Brixental nach St. Johann gekommen. „Mia sand oi vor’m Haus g’stånden und håb’n g’wårt auf ihn und håb’n a Riesengaudi kåbt wia er kemma is mit’n Ross.“ Der Vater entpuppte sich als „Rossnarrischer“. Wenige Jahre später standen nämlich die besten Haflingerstuten zu Nas’n im Stall, darunter auch die Siegerstute der Weltausstellung in Ebbs. So berühmt war die Zucht schließlich, dass eine der „Nasner Stuten der Königin von England zum Geschenk gemacht wurde, während sie sich auf einem Staatsbesuch in Wien befand. Die Siegerstute ging später an die Cousine der Königin. Mit Stolz betrachtet Franz das Foto und den Bericht dazu. Die Übergabe der Pferde an „Ihre Majestät“ sorgte damals für viel Presserummel und war keine schlechte Werbung für den Gasthof.